Übersichtskarte

Samstag, 18.05.2013

Zai jian!

Seit Donnerstagabend bin ich wieder zurück in Karlsruhe. Als letztes Mitbringsel habe ich mir am letzten Tag noch einen Erkältung eingepackt, dafür blieb mir aber die zweite Magenverstimmung im Flugzeug erspart, die andere erwischt hat. (Ich hoffe, euch geht es wieder gut.)

Die Reise war wirklich schön und vieler neuer Eindrücke, die ich erst noch verarbeiten muss. Oft anstrengend, hat sich aber jeder Tag gelohnt. China ist ein interessantes Land völlig anderer Dimensionen und ich glaube es nach dieser Reise besser verstehen zu können.

Ich möchte mich auch bei euch fürs fleißige Mitlesen und Kommentieren bedanken.

Ich freue mich, euch alle bald wiederzusehen.

Xie Xie Lisa

Reisterrassen

(c) Hao Lei

Dienstag, 14.05.2013

Unvergesslich

Die Reisterrassen in Longsheng waren definitiv ein Highlight auf dieser Reise. Gestern Morgen fuhren wir los, bis wir nach drei Stunden auf einem Parkplatz zum ersten Mal den Bus wechseln mussten, da unserer die engen Straßen nicht mehr befahren konnte. Unser Gepäck blieb im alten Bus und wir nahmen nur das Nötigste im Rucksack mit. Kurz darauf dann der nächste Stopp. Auf Grund starker Regenfälle in den letzten Wochen war es zu mehreren Erdrutschen gekommen, die zum Teil noch immer die Straße versperrten. Also ging es zu Fuß weiter, über das Geröll, während rechts von uns immer wieder Steine vom Hang abbröckelten. Auf der anderen Seite brachte uns ein weiterer (noch kleinerer) Bus dann zu einem Dorf, an dem der Pfad zu den Reisterrassen begann. Landschaftlich ist es hier wunderschön und unglaublich ruhig. Es war so angenehm, nach den Großstädten mal wieder richtig in der Natur zu sein, auch wenn uns dank strahlend blauem Himmel und viel Sonne gut warm wurde. Wir waren in einem Gasthaus untergebracht, denn hier oben gibt es zum Glück keine großen Hotels. Jedenfalls noch nicht, der chinesische Staat setzt leider bereits alles daran, auch diesen schönen Flecken Erde vom Massentourismus tottrampeln zu lassen. Schön, es noch davor erlebt zu haben. Wir konnten uns auf der Terrasse des Gasthauses ein wenig entspannen und nachts den Stimmen von tausenden
Grillen und Fröschen lauschen. Ich hab das schon lange nicht mehr so laut gehört. Wach waren wir heute dann schon sehr früh, um den Sonnenaufgang über den Reisterrassen mitzuerleben. Danach begann wieder der Abstieg. Was wir noch nicht wussten, der Bus würde uns nicht wieder bis ganz nach unten bringen, sondern ließ uns an einer Hängebrücke aussteigen. Laufen war wieder angesagt und zwar über die Brücke - zu zweit - weil die Brücke sonst zu sehr ins Schwanken kam und ihre Stabilität ohnehin fraglich war. Von der Brücke führte ein schmaler Trampelpfad am Fluss entlang quer durch die Botanik zur nächsten Brücke, die wieder ans andere Flussufer führte und gleich noch über einen
Wasserfall. Der Zustand dieser Brücke war noch bedeutend fraglicher und mir ging wirklich die Flatter vorm Rübergehen. Unser Trampelpfad ging auf der anderen Flussseite steil den Hang hinauf. Hatte man es mal nach oben geschafft und sich glücklich geschätzt, traf einen der nächste Schlag. Wir befanden uns genau zwischen zwei Erdrutsch bedingten Geröllfeldern, an denen munter gearbeitet wurde. Also mussten wir auch hier noch drüberklettern, bis wir endlich an unserem Bus ankamen. Wir haben den Namen unserer Reise kurzerhand von „China entdecken“ in „China (üb)erleben“ umbenannt. Das werde ich so schnell wohl nicht vergessen. Aber auch ohne Abenteuereinlage wären die Reisterrassen für mich eines der Highlights dieser Reise gewesen.

(Eigentlich gibt es dazu auch noch Bilder, aber ich bin gerade einfach zu müde sie zu verkleinern und hochzuladen. Der Text ist von gestern.)

Samstag, 11.05.2013

Yangshuo

Man merkt, dass es mir nicht gut ging und mich unsere letzte Station Kunming nicht gerade vom Hocker gerissen hat. Die Zahlen meiner pro Tag gemachten Bilder sind drastisch eingebrochen und mir ist auf der Fahrt gestern partout kein Text für euch eingefallen. Letzteres könnte laut Papa aber auch am Reisschnaps gelegen haben. ^^

Schon gestern Abend sind wir hier in Yangshuo angekommen und wurden von einer gefühlt 100%igen Luftfeuchtigkeit empfangen. In den letzten Tagen hat es hier wohl viel geregnet, was auch unseren heutigen Ausflug auf dem Li-Fluss beeinträchtigte, da dieser zu viel Wasser führt. Leider findet daher auch die für heute Abend geplante Aufführung des Wassertheaters, die vom gleichen Regisseur wie die Eröffnungsfeier der Olympiade 2008 entworfen wurde, nicht statt. Trotzdem war die Bootsfahrt auf dem Fluss sehr schön und man hatte von dort aus einen tollen Blick auf die Landschaft hier, die es immerhin auf einen Chinesischen Geldschein geschafft hat. Überall sind kleine Hügel, die meist dicht mit Bambus bewachsen sind. Wirklich schön, so hohen und dicken Bambus hab ich noch nie gesehen. Danach legten unser Boot am gegenüberliegenden Ufer an und wir machten einen Spaziergang durch ein Dorf und die dazugehörigen Felder. Wir konnten dabei einen Bauern beobachten, der zwei Wasserbüffel zu einem See führte, damit sie darin baden konnten. Zur Abwechslung war heute mal alles ganz entspannt und wir mussten nicht gleich weiter, zum nächsten Termin.

Morgen machen wir uns dann auf den Weg zu den Reisterassen, wo wir auch eine Nacht verbringen werden und ich sehr wahrscheinlich kein Internet habe. Am Montag geht es dann schon zu unserer letzten Station Shanghai.

KIT war auch schon in China ^^ Papa mit Adler Tempel in Dali 3 Pagoden (Dali) Yangshuo: Bootsfahrt auf dem Li-Fluss Yangshuo: Felder

Donnerstag, 09.05.2013

kleines Update

Ich weiß, hier war es still die letzten Tage, aber ich habe euch nicht vergessen, mir geht es nur nicht besonders gut. Montagabend waren Papa und ich mit zwei anderen aus der Reisegruppe in der Nähe des Hotels essen. Eigentlich war das auch ganz spaßig. Da wir kein Chinesisch und die Bedienung kein Englisch konnte, kam Papas „Ohne Wörter-Buch“ zum Einsatz und wir bekamen statt Reis Nudelsuppe. Klappt also prima. ^^ Das Erwachen am nächsten Morgen war allerdings weniger lustig. Wir hatten alle von allen Gerichten gegessen, aber während Papa und Markus nichts hatten, war Tobias und mir schlecht. Die
darauffolgende dreistündige Fahrt auf Serpentinenstraßen durch die Berge machte das auch nicht gerade besser. Mittags fuhren wir in der Nähe von Dali, unserem nächsten Zielort, mit einer Seilbahn auf einen Berg, von dem man einen tollen Ausblick auf die Stadt hatte. Die frische Luft tat gut, aber sobald wir im Hotel waren, bin ich auf dem Bett eingeschlafen. Vermutlich hatte ich auch Fieber. Heute Morgen ging es mir dann erstmal besser, aber als ich aus der Dusche kam, war mir wieder genauso schlecht, wie am Tag zuvor. Und mir tut alles weh. Zum einen von den zur Zeit sehr langen Busfahrten (Momentan fahren wir gerade fünf Stunden von Dali nach Kunming.) und zum anderen von den Betten. Die Chinesen schlafen gerne hart und zwar richtig hart. Aufs Bett plumsen
lassen ist hier nicht zu empfehlen. In Pingyao haben wir mal nachgeschaut und das Bett bestand aus einer Holzplatte mit einer vielleicht 2 cm dicken Auflage und das war immerhin ein 4-Sterne Hotel. Jetzt stecke ich all meine Hoffnungen in das Hotel in Kunming und hoffe, dass ich nach einer guten Nacht morgen wieder fit bin und die weitere Reise genießen kann. Heute haben wir in Dali eine wunderschöne und beeindruckende Tempelanlage besichtigt, aber wenn man die ganze Zeit mit der eignenen Übelkeit kämpft, kann man das einfach nicht richtig aufnehmen.

(Edit: Der Text ist von gestern, da hab ich es aber nicht mehr ins Internet geschafft. Mir geht es mittlerweile wieder soweit gut.)

Samstag, 04.05.2013

Und weiter gehts ...

Endlich komme ich mal wieder dazu normal zu bloggen, da wir den Nachmittag frei und Internet auf dem Zimmer haben. Die letzten Einträge habe ich immer unterwegs geschrieben und später schnell online gestellt. Den letzten heute morgen um fünf Uhr in der Lobby des Hotels in Xi'an bevor wir zum Flughafen mussten, um hierher nach Chengdu zu fliegen. Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan, wir befinden uns jetzt also in der Region, in der vor zwei Wochen das Erdbeben war.

In Xi'an haben wir die berühmte Terrakottaarmee angesehen, die in vier großen eigens dafür angefertigten Hallen ausgestellt wird. Laut unserem Reiseführer sind etwa 2000 Figuren bisher ausgegraben worden. Weitere 4000 werden unter der Erde vermutet. In der ersten Halle konnte man auch einen Blick auf die Grabungsarbeiten werfen, ich hätte mich am liebsten dazugesetzt und auch etwas ausgebuddelt. Die Arbeit ist aber sehr mühselig, da ein großer Teil der Terrakottaarmee zu einem früheren Zeitpunkt bereits zerstört wurde und man alles einzeln zusammenpuzzeln muss. Außerdem hat man festgestellt, dass die eigentlich farbigen Figuren nach dem Ausgraben in kürzester Zeit ihre Farbe verlieren. Ich fand die Terrakottaarmee sehr beeindruckend. Jede Figur ist etwa 1,80m groß und sehr detailreich gestaltet. Angeblich gibt es kein Gesicht zweimal. Erschaffen wurden sie als Grabbeigabe für den ersten chinesischen Kaiser.

Heute hatten wir dafür ein weniger kulturelles Programm, aber dennoch ein Highlight für mich. Wir haben die Panda-Aufzuchtstation in Chengdu besucht. 85% der noch freilebenden Pandabären leben in der Provinz Sichuan und in der Aufzuchtstation versucht man die Art zu erhalten. Ich hatte im Berliner Zoo schonmal einen Panda gesehen, der aber immer nur faul herumlag. Ähnliches befürchtete ich hier. Aber nein, die Kerlchen waren ausgesprochen aktiv, futterten Bambus, kletterten auf Bäumen herum oder kugelten sich auf dem Boden. Ich hätte da Stunden stehen bleiben und zusehen können.

Terrakottaarmee Halle 1 Ausgrabungen Terrakottafigur Bronzener Streitwagen Pandaaufzuchtstation Chiller Purzelbaum Wie komm ich hier wieder runter?

Freitag, 03.05.2013

Buddhismus

Mittlerweile haben wir schon einige Tempel und andere religiöse Stätten wie die Jungang-Grotten besucht. Die Hauptreligion in China ist der Buddhismus, dennoch unterscheiden sich die Tempel in Aufbau und Darstellung je nach Entstehungszeit und Region. Immer wieder findet man den typisch indischen Stil. Im Daoismus weichen die
Buddhadarstellungen ebenfalls ab. Grundelemente der Tempelanlagen, sind die
Tempelwächter - im Daoismus zwei, im Buddhismus vier und die Haupthalle mit dem
Buddha. Innerhalb eines Tempels oder einer Pagode gibt es eigentlich immer mehrere Buddhastatuen, in den Jungang-Grotten sind es insgesamt 51.000, die kleinste ist 2 cm groß, die größte 17m. Oft haben sie unterschiedliche Bedeutungen, wie drei Buddhas nebeneinander für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Oder fünf Buddhas, die mit dem Rücken zueinander sitzen, für die Himmelsrichtungen Norden, Osten, Süden, Westen und Mitte. Wir waren auch schon in einer Halle, in der die Buddhastatuen weiblich waren. Hierher kommen die Gläubigen, um für einen Kinderwunsch zu beten.

Interessant finde ich auch die „Entstehungsgeschichte“ Buddhas. Seine Mutter träumte davon, dass ein Elefant vom Himmel auf die drauf fiel, wodurch sie schwanger wurde. Das Kind, also Buddha, gebar sie dann aus ihrer Achsel. Da wird unbefleckte Empfängnis fast schon realistisch. ^^

Um ihren Wünschen nachzuhelfen, schreiben die Chinesen diese auf rote Bänder, die sie im Tempel an Bäume oder ähnliches Binden. Alternativ spenden sie Geld, bringen Opfergaben oder zünden Räucherstäbchen an. Je größer der Wunsch, desto größer die Räucherstäbchen, weshalb diese auch vor den Tempelhallen und nicht innendrin angezündet werden.

Buddhas Buddha-Reliquie rote Wunschzettel Räucherstäbchen

Dienstag, 30.04.2013

Facts of Life 2

Ich glaube, das wird meine Lieblingskategorie. Das Leben in China ist einfach zu interessant. Eigentlich wollte ich euch gestern schon davon berichten, aber unser tolles 4-Sterne-Hotel hat gestern das Internet abgestellt und ab halb zehn Uhr abends auch das kalte Wasser. Das heiße ging noch. Warum man in einem Sternehotel in dem mehrere hundert Menschen wohnen, das kalte Wasser abstellt, so dass zum Beispiel auch die Klospülungen nicht mehr funktionieren? Absolut keine Ahnung. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die Chinesen, wie bereits erwähnt, frei haben. Da man in China keinen
Urlaub bekommt, nutzen die Chinesen solche freien Tage um wegzufahren. 90% des
chinesischen Tourismus machen die Chinesen selbst aus, das heißt momentan ist
das ganze Land auf den Beinen, alle Hotels ausgebucht und die Sehenswürdigkeiten völlig überlaufen. Fahrt nie Anfang Oktober nach China, da haben sie sogar eine ganze Woche frei. ^^

Das bringt mich auch zu dem, was ich euch eigentlich erzählen wollte. Es gibt eine Sache, die jede noch so tolle Sehenswürdigkeit für Chinesen nebensächlich macht, nämlich wenn sich dort eine „Langnase“ aufhält. So bezeichnen die Chinesen uns Europäer, alternativ auch als „Kartoffelaugen“. Man kann einem Chinesen eine unglaubliche Freude machen, wenn man auf sein „Hello“ antwortet oder zurückwinkt und im siebten Himmel sind sie, wenn man bereit ist ein Foto mit ihnen zu machen. Ich weiß nicht auf wie vielen Bildern
ich mittlerweile drauf bin. Gestern stand ein kleiner Junge auf einer Mauer, sieht unsere Reisegruppe, reist die Augen auf, ruft „BOAH“ und rennt weg. Als wir ein Gruppenfoto machen wollten, standen außer unseren Reisebegleitern, die die Bilder machten, plötzlich noch viele andere da und haben uns fotografiert. ^^

Und zu unserer Reise. Wir waren nun einen Tag lang in Datong und haben uns dort die Yungang-Grotten und das Huayan-Kloster angesehen. Momentan sitzen wir im Bus nach Pingyao. Außerdem waren wir heute schon beim hängenden Kloster, wo wir aber wegen der Überfüllung auf eine Innenbesichtigung verzichtet haben und bei der Holzpagode in Yingxian. Die Pagode fand ich sehr schön. Sie war noch (mehr oder weniger) echt alt und nicht überarbeitet, wie vieles andere hier. Man kann auch nur die unterste Etage besichtigen, da der obere Teil bereits begonnen hat, sich zu neigen und von hunderten Schwalben besiedelt wird, die um die Pagode herumschwirren. Besonders fand ich auch, dass man an den darin sitzenden, nicht gerade kleinen, Buddha mal sehr nahe herankam. Auch er war gegen Besucherhände (Chinesen gucken mit den Händen ^^) abgeschirmt, aber weniger als andere. Außerdem konnte man um ihn herumgehen und auch seine Rückseite sehen. Bisher hatten alle dieses typische Blütenblatt hinter sich. Wie bei allen
älteren Buddhastatuen durfte man sie nicht fotografieren und wie bei allen älteren Buddhastatuen war sie von einer dicken Schicht Stau bedeckt. Man hat das Gefühl, dass die Statuen nach der Errichtung nicht mehr abgestaubt werden. Ähnlich war es in der Verbotenen Stadt, wo man durch völlig verdreckte Glasscheiben in die ehemaligen Gemächer sehen konnte, die ebenfalls mit Staub bedeckt waren. Überall an den öffentlichen Plätzen und an den Sehenswürdigkeiten wird gefegt was das Zeug hält, sogar wenn gar kein Dreck herumliegt, aber hier wird nichts gemacht, noch nicht einmal diese Scheiben geputzt. Manche Dinge hier in China sind nicht nachvollziehbar oder schlicht
sinnlos. Und das ist nur ein eher unbedeutenderes Beispiel.

  Pressetermin Jungang-Grotten Hängendes Kloster Hölzerne Pagode

p.s. Ich habe momentan übrigens tatsächlich keinen Zugriff auf facebook und auf blogger. Gut, dass ich zu auslandsblog.de gewechselt bin.

Sonntag, 28.04.2013

Facts of life

Heute hatten wir die Gelegenheit Einblicke in das chinesische Leben zu bekommen. Morgens haben wir den Himmelstempel in Peking besichtigt. Vor zehn Uhr sind dort in den Parkanlagen viele der älteren Chinesen und spielen Indiaca, machen Tai Chi oder Tanzen. Total Klasse! Überall läuft chinesische Musik und die Leute tanzen dazu bestimmte Choreographien oder einfach Standardtanz. Die haben da keine Hemmungen. Vorhin habe ich zwei Mädchen gesehen, die Mitten auf einem öffentlichen Platz Gangnam Style geübt
haben.

Später sind wir in die Altstadt von Peking und haben dort unter anderem auch das Haus einer Familie angesehen und dort gegessen. Laut unserer Reiseleiterin lebt in der Altstadt die Mittelklasse Pekings. Da wird einem erst klar, auf welchem hohen Niveau wir in Deutschland klagen. Die Wohnung bestand aus einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer und einer sehr kleinen Küchen. Alles war sehr einfach eingerichtet. Eine Toilette gibt es hier nicht, entweder man nutzt die öffentlichen Toiletten oder mehrere Familien legen
zusammen, um eine zu kaufen.

Doch damit noch nicht genug. Nach dem Besuch in der Altstadt ging es zum Bahnhof, von wo aus wir weiter nach Datong fahren. Wir wurden ungefähr hundertmal kontrolliert, wobei Europäer gerne mal einen Freifahrtschein bekommen, während die Chinesen doppelt gefilzt werden. Sollten wir trotzdem Mist bauen, werden übrigens unsere Reiseleiter dafür in Verantwortung gezogen. Die nächsten Tage haben die Chinesen frei, da auch hier am 1. Mai ein Feiertag ist. Dafür mussten sie übrigens heute und gestern arbeiten, wo sie
eigentlich frei gehabt hätten. Ich hatte das Gefühl, alle 1,8 Milliarden Chinesen waren in diesem Bahnhof. Wahnsinn! Auch unser 2. Klasse Schlafabteil ist echt abenteuerlich. Immer drei Betten, oder sagen wir lieber Liegen, übereinander und nochmal drei auf der anderen Seite. Es gibt keine Abteiltüren, es geht direkt zum Gang. Zum Glück fahren wir nicht wirklich über Nacht. Zumindest diesmal nicht.

(Den Text habe ich im Zug geschrieben und die Bilder dazu wollen gerade nicht. Ich dafür aber ins Bett, hier ist schon kurz vor 24 Uhr. Also bis bald!)

Samstag, 27.04.2013

Nihao

Jetzt bin ich gerade mal zwei Tage hier und hab schon so viel erlebt und erfahren, dass ich direkt ein Buch schreiben könnte. ^^

Gestern sind wir schon um fünf Uhr morgens in Peking gelandet und wurden von Hao Lei unserem ständigen Reisebegleiter eingesammelt. Im Bus stieß dann noch Wang Lei zu uns, die unsere örtliche Reisebegleiterin in Peking ist. Man hat in ganz China immer zwei Begleiter, der zweite wechselt dann je nach Ort. Beide sind sehr nett, genauso wie unsere ganze Reisegruppe. Ich glaube wir hatten wirklich Glück.

Unser erstes Ziel war der Sommerpalast des Kaisers. Dort hielt er sich während der heißen Sommermonate auf, um der stickigeren Stadtluft zu entkommen. Auf dem 290ha großen Gelände wurde ein künstlicher See angelegt, um den herum sich die Gebäude und Parkanlagen befinden. Nach dem langen Flug und dem vielen Sitzen, war das genau das Richtige, auch um sich langsam an die doch trockenere und staubigere Luft in Peking zu gewöhnen. Heute besichtigten wir dann den eigentlichen Kaiserpalast, die "Verbotene Stadt". Faszinierend wie viele Gebäude es auf diesem riesigen Gelände gibt, erst von oben wurde einem das wirkliche Ausmaß klar. Doch das eigentliche Highlight kam heute Abend. Wir sind zur Großen Mauer gefahren und da wir so spät hingingen, hatten wir sie quasi für uns allein. Dieser Zustand ist in China eigentlich unmöglich, hier ist es immer voll und laut. Die Große Mauer ist undglaublich beeindruckend. Wir hatten alle Zeit und Ruhe auf ihr entlangzugehen, die Aussicht auf die Berge und die Mauer im Licht des Sonnenuntergangs zu genießen.

Hier noch ein paar Bilder der ersten Tage:

Sommerpalast Kunming See, Sommerpalast Verbotene Stadt Große Mauer

Sonntag, 24.03.2013

Hallo Leute!

Ich weiß, das ist jetzt schon mein dritter Travelblog, aber mit den anderen Plattformen war ich einfach nicht zufrieden. Bei LiveJournal gab es schon nach kürzester Zeit technische Probleme mit der Einbindung der Bilder und Kommentare konnte man nur schreiben, wenn man dort angemeldet war, also bin ich zu Blogger. Dort gefällt mir vor allem das Layout und auch das Kommentieren ist für alle möglich, aber alles ist auch so aufgebauscht und für einen reinen Travelblog meiner Meinung nach zu kompliziert. Tja und leider fürchte ich, dass ich in China keinen Zugriff auf Blogger haben werde. Deshalb der erneute Wechsel zu Auslandsblog.de, worüber ich vor ein paar Tagen durch Zufall gestolpert bin. Hier sind die Layoutmöglichkeiten unterirdisch und das BlaBla, das da rechts in der Sidebar unter „Autor“ steht ist von der Seite so vorgegeben (Edit: Habe rausgefunden, wie man es ändert. ^^), aber die Handhabung der Seite und vor allem die Kommentarfunktion sind sehr simpel und die interaktive Karte gefällt mir sehr gut, die hat mir auf Blogger immer gefehlt.

 

Also wer Zeit und Lust hat, kann gern mal einen Blick hier reinwerfen. Vom 25. April bis 16. Mai 2013 bin ich in China unterwegs und so wie es aussieht, habe ich in den Hotels Internetzugang und hoffe hier ein wenig berichten zu können.

 

p.s. Es gibt Wege und Möglichkeiten die Chinesische Internetzensur zu umgehen und das wird bei Touris und Geschäftsreisenden aus dem Ausland wohl auch nicht geahndet, aber ich muss es da echt nicht drauf anlegen.